Markus Stockhausen trägt die „Hypothek der Geschichte“ als Sohn von Karlheinz Stockhausen und hat dennoch einen eigenständigen Weg zwischen Jazz, klassischer Trompete und Neuer Musik entwickelt. Seine Karriere führt ihn u. a. zu Kooperationen mit Rabih Abou-Khalil, dem Arditti Quartet sowie dem WDR Sinfonieorchester. Sein Trompetenton ist klar, hell und vokal geprägt, zugleich durchsetzungsfähig ohne Dominanz.
Mit seiner Group formt er eine offene, variable Klangkonstellation aus Jeroen van Vliet, Jörg Brinkmann und Christian Thomé. Die Musik entsteht als flexible Struktur, die sich bei jedem Auftritt neu organisiert und keine feste Form kennt.
Eine Hypothek namens Geschichte. Markus Stockhausen ist der Sohn von Karlheinz Stockhausen — das wirkt wie Erbe und Last zugleich. Dass Stockhausen junior sich nie hat irritieren lassen und stattdessen seinen eigenen Weg zwischen Jazz, klassischer Trompete und Neuer Musik gegangen ist, gehört zu den eindrucksvollsten Künstlerbiografien des deutschen Jazz. Er hat mit Rabih Abou-Khalil und dem Arditti Quartet gearbeitet, für das WDR Sinfonieorchester komponiert. Und ist dabei doch Trompeter geblieben. Einer mit einem hellen, klaren, fast vokalen Ton, der einen Saal füllt, ohne ihn je zu erdrücken. Seine Group ist seine ureigene Konstellation. Jeroen van Vliet spielt Klavier, Jörg Brinkmann Cello, Christian Thomé Schlagzeug. Vier Instrumente und vier Sprachen bilden eine offene Form, die jedem Auftritt eine andere Gestalt gibt. Hinzu kommt der Schauplatz: der Kunstraum Norten, ein Privatort, der zu den eigenartigsten Konzertstätten der Region zählt. Ein Sonntagvormittag, ein Trompeter mit einer Biografie wie ein ganzes Musikjahrhundert und ein Quartett, das sich auf nichts festlegen lässt treffen eine Verabredung mit der Musik, wie man sie selten findet. Man sollte sie nicht versäumen.
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