Album: Berlin - New York

Berlin - New York / Lyambiko & WDR Funkhausorchester

Lyambiko & WDR Funkhausorchester

Erscheinungsdatum: 11. Okt 2019
Die vierfache German Jazz Award-Preisträgerin und ECHO Jazz-Gewinnerin Lyambiko veröffentlicht mit Berlin New York ein so persönliches wie politisches Album. Zusammen mit dem Arrangeur Max Knoth (Ryuichi Sakamoto, Lou Reed, Danny Elfman, Alan Silvestri, David Newman, Matthew Herbert) und dem WDR Funkhausorchester, dirigiert von Frank Strobel, beleuchtet sie die vielfältigen globalen Verbindungen der Musikkultur in der zerrissenen Zeit der 1930er bis in die 1950er Jahre. Nach zahllosen Auftritten, Tourneen und zehn erfolgreichen Alben bekommt Lyambiko ein Buch geschenkt: Mach nicht so traurige Augen, weil du ein Negerlein bist . Es erzählt die Geschichte der Marie Nejar, Tochter farbiger Eltern, die im Dritten Reich unter Schikanen aufwuchs und in den 1950er Jahren unter dem Künstlernamen Leila Negra zum singenden Kinderstar in der jungen Bundesrepublik wurde. Lyambiko, selbst Tochter eines Tansaniers und einer Deutschen, findet in der Autobiografie Marie Nejars ihr lange vertraute Songs wieder, wie etwa Answer Me My Love (Gerhard Winkler 1952), den sie schon unzählige Male aufgeführt hat. Das Buch über eine scheinbar ferne, turbulente Zeit, wirkt eigenartig aktuell und wird so...
Berlin - New York / Lyambiko & WDR Funkhausorchester

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Lyambiko & WDR Funkhausorchester

Die vierfache German Jazz Award-Preisträgerin und ECHO Jazz-Gewinnerin Lyambiko veröffentlicht mit Berlin New York ein so persönliches wie politisches Album. Zusammen mit dem Arrangeur Max Knoth (Ryuichi Sakamoto, Lou Reed, Danny Elfman, Alan Silvestri, David Newman, Matthew Herbert) und dem WDR Funkhausorchester, dirigiert von Frank Strobel, beleuchtet sie die vielfältigen globalen Verbindungen der Musikkultur in der zerrissenen Zeit der 1930er bis in die 1950er Jahre. Nach zahllosen Auftritten, Tourneen und zehn erfolgreichen Alben bekommt Lyambiko ein Buch geschenkt: Mach nicht so traurige Augen, weil du ein Negerlein bist . Es erzählt die Geschichte der Marie Nejar, Tochter farbiger Eltern, die im Dritten Reich unter Schikanen aufwuchs und in den 1950er Jahren unter dem Künstlernamen Leila Negra zum singenden Kinderstar in der jungen Bundesrepublik wurde. Lyambiko, selbst Tochter eines Tansaniers und einer Deutschen, findet in der Autobiografie Marie Nejars ihr lange vertraute Songs wieder, wie etwa Answer Me My Love (Gerhard Winkler 1952), den sie schon unzählige Male aufgeführt hat. Das Buch über eine scheinbar ferne, turbulente Zeit, wirkt eigenartig aktuell und wird so zum Ausgangspunkt für eine musikalische wie persönliche Entdeckungsreise. Lyambiko stieß auf Tonfilmschlager, Radio-Hits und Musicals, einige davon verewigt im Great American Songbook , die von amerikanischen und deutschen Komponisten in den 1920er bis 1950er Jahren geschrieben wurden. Wenngleich der Alltag von wirtschaftlichen Krisen, Kriegen und in Deutschland von einem Terrorregime geprägt war, gab es doch einen regen internationalen Austausch zwischen den Songwriter-Zirkeln in Berlin und Tin Pan Alley (New York City). Die Verbindung der europäischen und amerikanischen Unterhaltungskultur, wie sie in unzähligen Cover-Versionen populärer Songs dokumentiert ist etwa der Comedian Harmonists , gab es bereits seit den Anfängen der amerikanischen Musikindustrie um das Jahr 1900. Die sorgsam von Lyambiko kuratierte, und von Max Knoth für das WDR Funkhausorchester adaptierte Liedsammlung Berlin New York beleuchtet den popkulturellen Transfer zwischen Deutschland und den USA in den 30er, 40er und 50er Jahren. Songs wie Der Wind hat mir ein Lied erzählt (Lothar Brühne 1937), September Song (Kurt Weill 1938), Irgendwo auf der Welt (Werner Richard Heymann 1932) oder It s Oh So Quiet (Hans Lang 1948) zeigen die Widersprüche und Ambivalenzen dieser Jahrzehnte auf unvergessliche Weise.

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